Lumberjack

Lumberjack Bigband Göppingen

Aus Sicht eines Fans: Lumberjack BigBand und Guildo Horn, Konzert am 30. September 2011 in Göppingen

…das brach die Herzen der stolzesten Frau’n…

Erlebnisbericht inkl. Fotos: hier klicken

Es war ein langer Tag: 7 Stunden Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis Stuttgart, dann schnell im Hotel eingecheckt, auf Mathias gewartet und dann weiter mit dem Auto noch eine ¾ Stunde weiter nach Göppingen. Carsten, Sascha, Mathias und ich waren zugegebenermaßen schon mehr als durch, bevor das Konzert mit Guildo und der Lumberjack BigBand, auf das wir uns schon so lange gefreut hatten, überhaupt angefangen hatte. Wir pokerten hoch, als wir zuerst zur Halle fuhren und ganz tief die Hoffnung hegten, dort vorher wenigstens noch etwas zu Essen zu bekommen. Negativ. Die Halle lag in einem kleinen Industriegebiet, in dem an einem Freitagabend nicht gerade mehr viel Betrieb herrschte. Wir stellten den Wagen ab, bewunderten die übergroße Plakatierung vor der Halle, machten ein gemeinsames Foto und überlegten, wie wir nun weiter fortfahren sollten. Sascha mogelte sich noch schnell an eine offene Hallenpforte und konnte einen Blick auf die Band samt Bandleiter Alexander Eissele werfen, die noch mit Guildo am Proben waren. Das hörte sich aus der Ferne schon mal ganz gut an. Anstatt zu bleiben beschlossen wir dann aber doch erst noch einmal in den Ort zu fahren, um uns etwas zu stärken. Nach einem guten Essen beim ortsansässigen Griechen, kehrten auch die Kräfte und die Freude zurück und wir machten uns motiviert für einen großartigen Abend auf zurück zur Halle. Dort angekommen war nun schon wesentlich mehr los, als zuvor und wir machten uns auf den Weg zum Eingang. Vorab mussten wir noch die Karten für das Gewinnspiel abholen, die uns netterweise vom Veranstalter zur Verfügung gestellt wurden, denn auch Eva sollte bald an der Halle ankommen und die Karten als Siegerin des Gewinnspiels in Empfang nehmen. Das klappte ohne Probleme und nachdem wir noch jede Menge Flyer der Veranstaltung für die Mitglieder des Fanclubs ergattern konnten, schritten wir endlich durch die Pforten an den Ort des Geschehens. Kaum einen Schritt über die Schwelle getan, trafen wir direkt auf ein bekanntes Gesicht: Der Westfälische Saftschinken August Schrader kreuzte unseren Weg. Welch eine nette Überraschung. Wir hielten kurz Smalltalk mit ihm, befragten ihn zu den Dingen, die auf uns zukommen würden und suchten danach erst einmal unsere Plätze auf. 3. Reihe Mitte – das war besser als erwartet – da war die Freude schon mal groß. Die Halle füllte sich mit eher einem etwas älterem Publikum. Eva erreichte dann trotz großen Verkehrsaufkommens auch noch kurz vor Beginn des Konzertes die Halle, so dass wir noch schnell die Karten übergaben und es dann endlich losgehen konnte.

 

Kurz nach 20:00 Uhr war es dann so weit und die Band betrat samt ihrem Bandleiter die Bühne. Von Guildo und Schrader: keine Spur. Alexander Eissele begrüßte uns zur Summer – End Party und legte direkt zum Einstieg mit dem Stück: MUSIK IST TRUMPF von Peter Frankenfeld mitsamt der Lumberjack BigBand und den Sängerinnen – den Bimelims – los.

Um uns zu zeigen, wie gut Jazz und Schlager zusammenpassen ging es direkt mit einer gejazzten Instrumentalversion von AZZURO weiter. Ein total schöner Sound, der einen direkt schon zu Beginn dazu veranlasste, auf seinem Stuhl mit den Füßen mit zu wippen. Ach ja, ich vergaß – passend zum Genre – erwartete uns natürlich wieder einmal ein Horn – Konzert im Sitzen, was dem Anlass entsprechend aber total angebracht war. Nun gut – die BigBand gab uns also schon vorab mächtig was auf die Ohren und zeigte uns was sie drauf hatte. ISTANBUL von Katharina Valente folgte, gesungen von Carina Stetter und Gudrun Wagner – den Bimelims. Das Publikum klatschte noch etwas verhalten mit. Ich glaube die Wenigsten hatten an diesem Abend eine Vorstellung davon, was uns die nächsten Stunden noch so bringen würden. Ich wage mal zu behaupten, dass auch ein paar Skeptiker unter den Zuschauern waren, die erst mal sehen wollten, ob es der Horn auch wirklich bringt. Jaja – auch unsere Ohren waren offen… “Die Band ist geil, aber ob er Horn da so mithalten kann…“ – Solche verhaltene Sprüche gab es ab und an, aber es animierte mich nur zu einem verhaltenen Grinsen und dem Gedanken, dass die Leute sich schon noch umgucken würden.

 

Jetzt war es an der Zeit. Alexander Eissele berichtete kurz über die Anbahnung/Entstehung dieses Abends, begrüßte anschließend Schrader, der als einziger Orthopädischer Strumpf mit anwesend war, um dann auch endlich Guildo auf die Bühne zu lassen. Mit „Ladies and Gentlemen, hier ist Guildo Horn!“ ging es dann auch umgehend weiter im Programm. Guildo kam im hellen Anzug auf die Bühne und legte samt BigBand sofort mit VERLIEBEN, VERLOR’N, VERGESSEN, VERZEIH’N mächtig los. Das Publikum kam so langsam in Schwung und klatschte mit. Guildo hielt es nicht lange auf der Bühne und war kaum eine Minute später schon wieder VOR anstatt AUF der Bühne. Ohne die Nähe zum Publikum geht es eben auch an einem BigBand Abend nicht. Zum Glück. Was für ein Sound – das konnte sich hören lassen: Schlager im BigBand – Gewand, da konnte man allen gleich zu Beginn schon gratulieren. Was wir da zu hören bekamen, war einfach toll. Nach einer kurzen Begrüßung von Guildo und einem offenbarten Geheimnis, dass er am Tag zuvor etwas getan hätte, was er sonst nicht zu tun pflegte: „Ich war für Euch beim Friseur! “ – ging es gleich mit dem Verweis auf: ALL WE NEED IS LOVE! – musikalisch mit WER LIEBE LEBT weiter. Guildo performte zum Song, Alexander Eissele dirigierte mit vollem Einsatz die Lumberjacks rechts und links von Guildo und die Bimelims unterstützten samt Schrader den Gesang im Background. Mächtig was los auf der Bühne. Viel zu gucken und viel Schönes zu hören. Guildo machte sich nach dem Song sofort wieder auf ins Publikum, hielt einen kleinen Monolog auf das Jazz – Publikum und machte aus dem Konzert eine “Show zum Anpacken“ – wie er zu sagen pflegte, während er einige Konzertbesucher aus dem Publikum nach ihren Herkunftsorten, nach ihren emotionalen Befindlichkeiten und nach der Freiwilligkeit ihres Konzertbesuches befragte. Es folgte VERDAMMT LANG HER, worüber ich mich sehr gefreut habe, denn dieses Stück hatte ich von Guildo noch nie gehört. Zuvor wurde sich noch schnell beim Publikum erkundigt, ob sein Haar noch sitzen würde – vorne und hinten- und dann ging es wieder hoch auf die Bühne, um weiter der Musik zu frönen. Auch dieses Stück ein Genuss mit BigBand – so Bläser bringen halt doch noch mal ein ganz anderes Volumen in einen Song. Es wurde wärmer – für Guildo Grund genug, sich jetzt schon mal von seiner Anzugjacke zu trennen und im Hemd weiterzumachen. Es folgte ein Intro von einem Lied, das ich nicht erwartet hätte und ich somit erst fest davon überzeugt war, mich wohl vertan haben zu müssen. Aber nein, tatsächlich ging es samt Verkleidung vom Bandchef und Bimelims auf in das CAFE ORIENTAL. Das Publikum wurde zusehends lockerer und erklärte sich Guildo gegenüber bereitwillig am 3-4 Stufenprogramm der Orthopädischen Körperübungen teilzunehmen. Das konnte nur lustig werden. Keine Minute später kreiste das gesamte Publikum mit den Armen hoch über den Köpfen die Mühle, wurde zu Tannenbäumen, zu hüpfenden Häschen und rockte mitsamt den Teufelshänden und Schmutznamen weiter zurück ins Cafe Oriental. Nachdem es bei diesem Song natürlich niemanden mehr auf den Stühlen gehalten hatte, erklärte Guildo gnädig, dass wir unsere Stühle wieder aufsuchen sollten, denn auch er sei jetzt fix und fertig. Nach einem großen Dank an die Band und an den großartigen Strumpf August Schrader aus Steyerberg– der ab jetzt bei ihm im Auto auch vorne sitzen darf – gab es musikalisch Guildos Bestätigung von Westernhagen – Seite: ES GEHT MIR GUT – nicht ohne wieder den Gang ins Publikum zu wagen und auf einem leeren Platz mitten im Publikum Platz zu nehmen und von dort aus weiter zu singen. Auch die Bimelims haben ihre Sache sehr gut gemacht. Guildo erklärte nach dem viel gespendeten Beifall für diesen Song noch schnell einem kleinen Jungen, dass er der Deutsche Elvis sei, beauftragte eine junge Dame es ihrem Gesicht zu zeigen, wenn sie Spaß habe und machte Versprechungen, seine Garderobe zu einem späteren Zeitpunkt noch VERBOTEN zu ändern… Das konnte ja noch was werden. Erst mal ging es jetzt rasant mit Guildo auf dem Bühnenboden liegend – den Mikrofonständer wie Gewichte nach oben und unten stemmend – und der Reise ins ABENTEUERLAND weiter. Da lag Tempo in diesem Song und verlieh ihm somit eine völlig neue Note. Langeweile war bei diesem absolut kurzweiligen und unterhaltsamen Programm an diesem Abend ein Fremdwort. Die Zeit flog nur so dahin und die Stimmung war einfach super. Nach der Nummer von Pur belohnte das Publikum Guildo und die Musiker mit einem anhaltenden Applaus, was er kurzerhand mit: Mir laufen Tränen die Wangen hinunter – es sind Tränen der Freude!“ quittierte. Nach einem kurzen Hinweis darauf, dass der junge Mann des nächsten Stückes von orthopädischer Seite angeschrieben – und eine Veröffentlichung auf Tonträger untersagt worden war – gab die musikalische Truppe vor dem auserwählten Publikum in Göppingen jetzt live SEXY von Westernhagen zum Besten. Das Publikum, inzwischen sehr gelockert und nicht mehr so verhalten wie zu Beginn des Konzertes, ging stimmlich gut mit und schien sehr begeistert vom Schlager im BigBand Sound. Die Ansage für die Pause näherte sich – aber – nicht ohne eine Demonstration von Guildos Purzelbaum und dem Radschlag von Alexander Eissele vorab – das Programm war halt immer für eine Überraschung gut. Überraschend vor der Pause erwartete uns dann noch der nächste Westernhagen Gassenhauer WILLENLOS, bevor es wirklich für alle Zeit wurde, die Gemüter etwas abzukühlen und eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen.

 

Nach der Pause ging es mit DALLI DALLI von den Lumberjacks weiter. Wir hatten auch die Zeit genutzt, um uns etwas zu Trinken zu besorgen, einen kurzen Smalltalk mit Alexander Eissele zu halten und uns draußen von der Wärme der Halle etwas abzukühlen. Nach dem Instrumentalstück erschienen Guildo und Schrader wieder auf der Bühne. Guildo jetzt in schwarzer Hose und schwarz/weißem Hemd bekleidet legte sofort wieder mit einem geilen Stück los: VERDAMMT ICH LIEB DICH! – Bisher hatten wir das auch nur vom aktuellen Album gekannt, aber live gibt der Song in diesem Arrangement noch mal ganz anders was her… Nach dem Bekenntnis, dass Guildo in der Pause in seiner Kabine nahezu vereinsamt wäre, weil er ja wieder auf die Bühne wollte, kam dann die Eröffnung von ihm, dass er die Zeit in der Pause dann doch genutzt hätte, um sich für uns noch mal schick zu machen. Nachdem ein junger Mann von ganz hinten aus er Halle ständig seinen Namen rief und Guildo ein paar Gründe nannte, weshalb er jetzt nicht zu ihm kommen könne, machte er sich letztendlich doch noch auf den Weg zu ihm, damit der junge Mann ihm an die Hornhaut packen und ihn in den Arm nehmen konnte. Auf dem Rückweg zur Bühne bekam Guildo auch noch eine Nussecke geschenkt, die er in sein Poesiealbum kleben wollte.

Dann wurde wieder ein Publikumseinsatz gefordert: Mit JA!JA!JA! wollte Guildo mitsamt den Musikern unterstützt werden. Eine kleine Proberunde folgte, mit der schnell klar war, in welche Richtung es gehen würde und somit erwarteten wir mit Spannung, wie Guildo und die Lumberjacks DU HAST MICH 1000 MAL BELOGEN umsetzen würden. Die Gemeinschaftsarbeit klappte perfekt und es war wieder eine Perle des Deutschen Schlagers, die uns dort in der Werfthalle geboten wurde. Anschließend wurde es Zeit zur Kleingruppenarbeit und einem kleinen musikalischen Experiment. Verschiedene Musiker lösten sich nun mit unterschiedlichsten Instrumenten aus der Band und bildeten eine kleine Einheit VOR der Bühne. Guildo in den Startlöchern brüllte noch in Richtung Publikum: DO YOU LIKE ROCK’N ROLL?!?!“ Was alle begeistert bejahten – dann seine Antwort: „UND WARUM SEID IHR DANN HIER?!?!“. Er hatte die Lacher auf seiner Seite und alle fielen sofort bei den ersten Tönen von HÖR GUT ZU mit ein. Das war mal eine ganz andere Version – Unplugged Pur pur. Während alle Musiker vor der Bühne standen, war es Schrader wohl nach etwas mehr Bewegung und er lief mit seinem Saiteninstrument auch ein wenig auf der Vorderbühne auf und ab während Guildo mal wieder wie so oft an diesem Abend im Publikum zu finden war. Plötzlich Töne, die man von Guildo auf der Bühne gar nicht so gewohnt ist: ICH BRECH’ DIE HERZEN DER STOLZESTEN FRAU’N. Nach den oft schnellen Tönen in den letzten Stunden wurde es damit jetzt etwas ruhiger, aber nicht weniger musikalisch. Tänzerisch legte Guildo wieder einiges aufs Parkett und auch die Lumberjacks bewiesen bei diesem Song, dass auch eine BigBand für leise Töne zu haben ist. Nach einer kleinen Fotografierpose von Seiten Guildos gab es wieder leise Töne, aber diesmal in eine ganz andere Richtung: POLONAISE BLANKENAISE. Und was nun folgte… Man ahnt es wohl… Es dauerte nicht lange und schon schob sich eine Polonaise von hinten aus der Halle nach vorne zur Bühne und drehte dort eine Runde. Und Guildo? Mitten rein! Natürlich! Er ließ es sich natürlich bei der 2. Runde der Polonaise nicht nehmen, sich als Galionsfigur vorne vor spannen zu lassen. Da war was los – und natürlich sorgte die Zeile: ‚und Erwin fasst der Heidi von hinten an die Titten’ für weitere Lacher. Und weg war Guildo von der Bühne – im weiten Saal der Werfthalle samt Polonaise entschwunden – aber natürlich nur ganz kurz – bis er sich an der Bühne wieder ausklinkte und das Stück oben auf derselbigen zu Ende brachte. Mit einem großen Lob für die Polonaise und einem pompösen Intro ging es weiter mit ICH BIN VON KOPF BIS FUß AUF LIEBE EINGESTELLT, was mir von Guildo auch fremd war, aber stimmlich sehr gut zu ihm passte und musikalisch natürlich auch von der Lumberjack BigBand sehr gut umgesetzt wurde – ja das war ihre Welt – wie Guildo es besang – und das war unüberhörbar. Es wurde von 0 auf 100 wieder rasant in der Halle und das Publikum hielt es bei nächsten Intro nicht mehr auf den Stühlen. Das war WAHNSINN was da folgte und das Publikum sparte nicht mit HÖLLE! HÖLLE! HÖLLE! und FÜHLE! FÜHLE! FÜHLE! FÜHLE! als Antwort auf Guildos Gesang. Die Halle bebte und die Party war voll im Gange. Anschließend jedoch wieder etwas ruhigere Töne, als es hieß DANKE FÜR DIESEN SCHÖNEN ABEND, mit dessen Zeilen er sich bei den Musikern in Göppingen bedankte, dass Schrader und er mit ihnen musizieren durften. Mit einem kurzen Hinweis darauf, wie er damals Schrader kennen gelernt hatte (17 Jahr’ blondes Haar) – war es aber flugs mit den ruhigen Tönen wieder vorbei, denn natürlich war dies das Intro zu GUILDO HAT EUCH LIEB! …und natürlich war wieder Schluss mit Sitzen und Zurücklehnen. Im Nu waren wieder alle Konzertbesucher auf den Beinen und sangen, klatschten, brüllten und bewegten sich begeistert zum Takt der Musik. Kein Halten gab es mehr, als Guildo mal wieder selbst ans Schlagwerk schritt und das Publikum untermalt vom Schlagzeug zu lautstarken HEY! – Rufen animierte. Ja, wie man da so in der Masse stand, da hat es einen schon ergriffen und da hat sich auch keiner zurückgehalten, als es umgehend nach den TSCHÜSS! – Rufen von Guildo direkt in die ZUGABE! – Rufe ging. Dieser Abend konnte einfach nicht schon zu Ende sein…

 

Nach ausgelassenen Gesängen wie „Einer geht noch, einer geht noch rein!“ usw… war der Abend wirklich noch nicht zu Ende. Umgekleidet in einem Pullover in orange und 70 – er Jahre Schlaghose kam Guildo zurück auf die Bühne – bedankte sich brav für den Applaus, bei Herrn August Schrader, den Bimelims und schickte sich an, im Programm fortzufahren…- aber ohne die Lumberjacks? Man durfte gespannt sein, was für Überraschungen uns hier noch erwarteten. Zunächst berichtete Guildo davon dass er gerade irgendwo sein Mikrofon verloren habe, welches im Übrigen auf den Namen „SHURE“ hören würde… Nach dem Wink mit dem ganzen Zaun setzte sich einer der Tontechniker vom Mischpult in Bewegung und suchte das Mikro, während Guildo auf der Bühne weitermachte. Er packte die Glocken der Mosel – Gebetskühe aus und erklärte, dass er nicht nach Göppingen gekommen wäre, ohne für die Göppinger eine Melodie zu intonieren. Mit der Bitte, um Unterstützung legte Guildo dann auf der Vorderbühne – mittlerweile zurück an seinem eigenen Mikro – mit ER GEHÖRT ZU MIR mächtig los. Schrader mit kleiner Band und den Bimelims als Unterstützung im Rücken.

Dann verließen auch die Musiker der kleinen Band die Bühne und nur noch Schrader und die Bimelims waren nun auf der Bühne. Die Ankündigung, dass nun ein romantisches Stück folgen würde – frei nach dem Motto – ‚Wäre Fernsehgucken zu zweit nicht schöner?’ erweckte dann unsere besondere Aufmerksamkeit und es kam BABY, DU BIST NICHT ALLEINE. Wie schön. Immer wieder ein Genuss, diese leisen Töne. Schön, dass dieses Stück in diesem Jahr wieder öfter im Programm ist. Schrader klampfte ganz wunderprächtig und alle ernteten einen großen Applaus nach dem Beitrag. „Wollt Ihr mehr?“ tönte es von der Bühne – und obwohl das Lied natürlich GAR NICHT im Programm geplant war, folgte nun das Lied von 1994 über die Dame mit den extrem schönen Beinen: ICH MAG STEFFI GRAF – auch noch ohne BigBand, also weiter mit den leisen Tönen. Diesen Song hätte ich zwar auch nicht gerade erwartet, aber auch der kam bei den Leuten ganz gut an. Dann wurde es auf der Bühne dunkel und es sah ganz nach dem Ende aus, aber wir hegten dann doch noch die Hoffnung auf ein großartiges BigBand Finale – und wurden nicht enttäuscht. Licht und Spot an und dann der Aufmarsch der Lumberjacks – es konnte also noch weiter gehen.

Alexander Eissele heizte das Publikum mit Rufen wie Guildo! Guil – Guildo!! – an und er kam zurück. Jetzt ganz in grün gestreiftem Anzug und mit der ganz klaren Frage ans Publikum: Glaubt Ihr an Wunder?!?! Wie herrlich: WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER folgte – mit einem stehenden, begeisterten Publikum und einer wunderbaren Version des Liedes mit der Lumberjack BigBand. Schwenkende Arme von vorne nach hinten und von links nach rechts verliehen der Atmosphäre in der Werfthalle noch eine besondere Note. Als Guildo nur die ersten Töne von AMEN angestimmt hatte, antwortete ihm sofort ein sehr stimmgewaltiges Publikum. Auf die Frage: Traut Ihr Euch einen Kanon zu?!? Kam ein sehr überzeugtes JA!! von Seiten der Konzertbesucher. Was jetzt folgte, hatte wohl keiner erwartet. Der Bandleiter der Lumberjacks und Guildo zettelten einen AMEN – Wettstreit an, der sich sehen lassen konnte. Die rechte Seite des Saals gegen die linke. Der MIDNIGHTEXPRESS wie Guildo seine Truppe kurzerhand taufte, gegen die GÖPPINGER SÜDKURVE – wie Alexander Eissele schnell nachlegte. Ein paar Probeläufe, in denen jeweils die entgegengesetzte Seite mit Missachtung gestraft werden sollte und dann hätte es fast losgehen können. … wenn da nicht noch die Sache mit den Stühlen gewesen wäre… Plötzlich hörten wir nur noch von Alexander: „Meine Truppe ist so gut, dass sie sich jetzt zum Kanon alle auf die Stühle stellen und dann das Lied auch noch rückwärts mit dem Gesicht zum Ende der Halle singen können!“ Okay… Gesagt getan, rauf auf die Stühle, umgedreht und zu allem bereit. Guildo wollte dem natürlich in nichts nachstehen und feuerte im Gegenzug seinen Midnightexpress dahingehend an, dass er folgende Anweisung losließ: „Meine Truppe ist so außer Rand und Band, dass sie ihre Stühle hochheben!“ …und auch diese Truppe folgte. Der Kanon wurde kurzerhand über den Haufen geworfen, aber stimmlich war es super – ein großer Gemeinschaftschor und irgendwie machte sich zu diesem Zeitpunkt ein anderer Song leise in meinem Hinterkopf breit: reißt die Hütte ab – reißt die Hütte ab… – so außer Rand und Band war das Publikum. Das war wirklich eine Summer End Party, die sich gewaschen hatte – und nach der es zu Beginn gar nicht so ausgesehen hatte. Danach wurde die Zeit genutzt, um die Musiker der Band alle namentlich vorzustellen, die an diesem Abend alle großartige Arbeit geleistet hatten. Alle wie sie da waren. Alexander Eissele unterstützte ein wenig bei der Vorstellung, weil Guildo laut eigenen Angaben völlig überfordert war…Alle fanden hier noch einmal ihren Platz, den sie sich auch redlich verdient hatten. Danach folgten ein paar Danksagungen an die Veranstalter, es gab Blümchen und es wurde eine positive Bilanz unter den Abend gezogen. Das sollte es also mit Ansage wirklich so langsam gewesen sein. Es folgten noch mal zum Abschied ein paar Takte von WUNDER GIBT ES IMMER WIEDER mit einem großen BigBand – Finale – wie erwartet. Doch es folgte überraschenderweise noch eine andere Feststellung an diesem Abend: DAS SCHÖNSTE LIED KENNT GUILDO HORN. Ein schönes Gesamtwerk von Guildo, Schrader, den Bimelims und den Lumberjacks zum Ende hin. Alle kamen noch mal zum Zuge… Dann ein endgültiges „TSCHÜSS!!!“ von Guildo und schon war er abgegangen, während die anderen Musiker und Sänger noch die letzten Text/Refrainzeilen ausklingen ließen. Bereits zu den letzten Tönen des Songs war Guildo jedoch schon wieder auf der Bühne: im Bademantel! Jetzt wurde es aber wirklich mit LA LE LU allen klar – es sollte vorbei sein mit der Summer End Party in der Werfthalle Göppingen. Die 2. Strophe sang Guildo dann noch komplett im Schlafanzug – sich dem Bademantel entledigt – sitzend auf den Stufen der Bühne – und nahm noch einen bombastischen Applaus mit von dieser, als die letzten Töne verklungen waren. Mit den Worten: „Heute ist nicht alle Tage, wie kommen wieder – keine Frage! Und vielen Dank für den schönen Abend hier in Göppingen!“ Auch dem besten Publikum des Abends wurde noch ausgiebig gedankt. Mittlerweile zeigte der Zeiger der Uhr nahezu 23:30 Uhr – wo die Zeit geblieben war wussten wohl keiner der dieses tolle Konzert besucht hatte zu sagen – war auch egal, denn es bleibt nur eins zu sagen: ES HAT SICH GELOHNT und es war SCHÖN DABEI GEWESEN ZU SEIN. DANKE an alle Mitwirkenden und das nicht nur an Guildo und Schrader, sondern auch besonders an die tollen Musiker der Lumberjack BigBand und den Bimelims – ohne Euch wäre der Abend nicht das gewesen, was er war – einfach großartig und bestimmt ein unvergessliches Erlebnis. Macht weiter so und wer weiß – vielleicht gibt es ja mal ein Wiedersehen von Lumberjack feat. Guildo Horn… Wir sind wieder dabei! Versprochen!

FAZIT: JAZZ trifft auf SCHLAGER – absolut machbar und das mit einem sehr guten Ergebnis. I LIKE!

Liebe Grüße

Eure Britta

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